Schule ohne Rassismus 2009 - Schule mit Courage |
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Vertreter der SMV Bürgermeister Wolfgang Mangold Urs Fiechtner
Fotos: Effi Schweizer
Umfrage zur Gewalt (Power-Point-Präsentation, 722 KB) |
Warum eine "Schule ohne Rassismus"?
Dafür gibt es gleich mehrere sehr gute Gründe. Wohlgemerkt, Abgrenzung heißt nicht Abwertung und ist in diesem Alter normal. Problematisch wird es, wenn einige (junge) Menschen einerseits auf dem Niveau eines Fünftklässlers stehen bleiben und Abgrenzung zur Ausgrenzung bzw. zur Abwertung wird. Dann ist die Grenze zum Chauvinismus und /oder Rassismus bald erreicht oder sogar schon überschritten. Junge Menschen auf ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft vorzubereiten und die demokratische Konfliktaustragung einzuüben ist deshalb ein elementares Ziel von Schule. Wenn dann in einer Schule, wie bei uns am RBG geschehen, Schüler mit eindeutig rechtextremen Klamotten (CONSDAPLE, Thor Steinar etc.) in der Schule erscheinen, in einer regionalen Online-Community (Team-Ulm) von Schülern Benutzerkonten mit rechtsextremen Inhalten geführt werden, Aufkleber von rechtsextremen Organisationen in der ganzen Stadt und im Schulbereich verklebt werden, einzelne Schüler bei NPD-Demonstrationen erkannt werden, es einen Überfall von Rechten mit Körperverletzung auf ein von Schülern besuchtes Café in Langenau gibt und weitere Vorfälle, dann ist es allerhöchste Zeit zu handeln und auch gleich den Schülern zu zeigen, dass man gegen demokratiefeindliche Bestrebungen nicht nur etwas machen KANN, sondern auch etwas tun MUSS. Deswegen heißt die Aktion auch nicht nur "Schule ohne Rassismus", sondern es folgt der Zusatz "Schule mit Courage". Sich um seine Bedürfnisse und, was mindestens genauso wichtig ist, auch um die Rechte und Interessen anderer, vielleicht Schwächerer oder Minderheiten, zu kümmern und sich aktiv dafür einzusetzen, ist das Ziel der Aktion. Toleranz zu zeigen heißt nicht, alles hinzunehmen, mit der (falsch verstandenen) Einstellung "ich bin ja tolerant". Extremistische Äußerungen können auch nicht mit dem hohen Gut der Meinungsfreiheit legitimiert werden, denn das hieße diese ad absurdum zu führen. Rassismus und Faschismus sind kein legitimer Ausdruck einer demokratischen Meinung, sondern ein Verbrechen! Deshalb gelten hier die Mottos:"Die Freiheit des einen hört dort auf, wo die des anderen eingeschränkt oder sogar ganz in Frage gestellt wird." und "Keine Toleranz gegenüber den Feinden der Toleranz!" Der Schüler-Mit-Verantwortung (SMV) und mir als Lehrer mit der Fächerkombination Deutsch, Gemeinschaftskunde, Geschichte und Ethik liegen Demokratie, Toleranz, Frieden und Menschlichkeit am Herzen. Deshalb trugen wir die Idee für dieses Projekt in die Lehrer- und Schülerschaft, wo es auf Begeisterung stieß. Beflügelt von der großen Zustimmung auf beiden Seiten, haben es die Schüler locker geschafft, die erforderlichen 70% der Unterschriften, trotz widriger Umstände (das Abitur machte keine Lautsprecherdurchsagen möglich, die Räume wurden deshalb getauscht, viele Lehrer hatten unterrichtsfreie Tage zur Korrektur des Abis etc.), zu sammeln. Eine genaue Prozentzahl liegt leider immer noch nicht vor, da noch einige 13er Kurse fehlen, aber wir haben mittlerweile sicher die 80% überschritten. Doch dürfen wir uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben und uns entspannt zurücklehnen, jetzt fängt die eigentliche inhaltliche Arbeit erst an. Jedes Jahr werden wir, ganz im Sinne des Projekts, mindestens eine größere Aktion unter dem Motto "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ins Leben rufen, damit Toleranz und Engagement zur Selbstverständlichkeit in den Köpfen, Herzen und Händen unserer Schülern werden.Bunte Grüße Liebe Schülerinnen und Schüler, an alle, denen es am 08/05/09 nicht möglich war, die Videobotschaft unserer Paten 2raumwohnung im Pfleghof zu sehen, die sie wegen der schlechten Akustik nicht verstanden haben oder sie einfach noch einmal in Ruhe anschauen möchten: | |