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Friedenspreis für POEMA

Plakat

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Preisverleihung

Die Brasilianer diskutieren

Links:

Link zu einem bei YouTube veröffentlichten Film über die Preisverleihung, aus dem die Fotos entnommen sind.

Die Poema-AG auf der Homepage des Robert-Bosch-Gymnasiums

Sammelergebnissse Stand Dezember 2008 (RTF-Format)

www.poema-deutschland.de

POEMA erhält den Stuttgarter Friedenspreis 2008 - Schülerinitiative wird geehrt

Am 19. Dezember 2008 wurde in einer großen Friedensgala dem Stuttgarter Verein POEMA der diesjährige Stuttgarter Friedenspreis feierlich überreicht. Zu diesem besonderen Ereignis war auch unsere POEMA-AG eingeladen, die POEMA seit nunmehr fast 6 Jahren tatkräftig unterstützt. Der Friedenspreis ist mit 5000 Euro dotiert. POEMA setzt sich seit 1992 gegen die Zerstörung des tropischen Regenwalds und für die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen ein.

Schüler unserer Schule erfuhren Weihnachten 2002 über einen Flyer aus der Wilhelma, dass sich POEMA aktiv gegen Armut und Umweltzerstörung in Amazonien einsetzt. Sie hatten damals gerade im Unterricht den Tropischen Regenwald behandelt, und so war für sie schnell klar, dass sie POEMA unterstützen wollten. Sie organisierten viele Sammel- und Informationsaktionen und finanzierten so in knapp 3 Jahren eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für ihre erste Partnergemeinde Parana Pixuna. Für eine weitere Anlage im Ort Retiro haben sie bereits wieder 8500 Euro zusammen.

In der Woche vor der Preisverleihung besuchte der Poema-Vorsitzende Gerd Rathgeb mit drei Brasilianern aus dem Amazonasgebiet das Robert-Bosch-Gymnasium. Die Gäste berichteten Schülern der 12. und 13. Klasse und der POEMA-AG von den Problemen im Amazonasgebiet und ihrer Arbeit dort.

Irene Hahn


Artikel des POEMA-Vorsitzenden Gerd Rathgeb:

Was hat Armut und Umwelt mit Frieden zu tun?

Wer mit dem Auto die Transamazonika entlang fährt, der sieht und spürt es am eigenen Leib, daß es gewaltvoll zugeht, in dieser Weltregion. Tausende von Hektar verbrannte Erde, angekohlte Baumreste und flüchtende Tiere. Stattdessen Tausende Rinder um die Welt mit Fleisch zu versorgen. Gewalt gegen die Natur...die das Gesicht Amazoniens verändert.

Zum Großteil illegal, wurden und werden die Bäume geschlagen. Von Großgrundbesitzern und Holzhändlern, die oft mit gefälschten Papieren behaupten, das Land gehöre ihnen. Kleinbauern mit ihren Familien werden vertrieben und unter sklavenähnlichen Bedingungen müssen Menschen in Sägewerken schuften - und haben Angst, den Mund aufzumachen.

Diejenigen, die das Land verteidigen und die Natur schützen wollen, leben gefährlich. Mitglieder der Landarbeitergewerkschaft, Kirchenleute, Indigenas, Umweltschützer. Hunderte von ihnen wurden in den letzten Jahren umgebracht. Nicht selten von bezahlten Mördern wie im Falle der Schwester Dorothy Stang. Gewalt gegen Hoffnung streuende und friedfertige Menschen.

"Die Kleinen hängt man....und die Großen läßt man laufen", das ist die Wirklichkeit in Para. Tausende sitzen in den Gefängnissen, meistens die Armen, die in ihrem Überlebenskampf angeblich gegen Gesetze verstoßen haben, während die Großen, die Mächtigen, diejenigen, die in mafiaähnliche Strukturen eingebunden sind, sich freikaufen oder von korrupten Justizbeamten freigesprochen werden.

So groß wie fast in keinem anderen Land der Welt sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Brasilien. Großgrund- und Fabrikbesitzer mit gigantischem Reichtum auf der einen....und arme Teufel in bitterer Armut lebend auf der anderen Seite der Gesellschaft. Täglicher Kampf ums Überleben hier und Leben in Saus und Braus dort....oft in Sichtweite zueinander und ohne Sprache miteinander. Getrennte Welten.

Während hunderttausende Familien "landlos" sind und oft monatelang in provisorischen, mit Plastikplanen bedeckten Hütten und ohne sauberes Wasser hausen müssen, haben andere Flächen, so groß wie ein Landkreis hierzulande. Großgrundbesitzer mit Verwaltern und schlecht bezahlten Landarbeitern hier, und Landlose dort, auf der Suche nach Land, um ihr tägliches Brot - Reis und Bohnen - anbauen zu können.

Hunger und einseitige Ernährung gibt es heute noch in Amazonien. Kinder mit dicken Bäuchen und großen Augen auf der einen....und riesige, mit Soja bebaute Flächen auf der anderen Seite, um den Norden der Welt mit Tierfutter und, wie es viele wollen, unsere Autos mit Agrodiesel zu versorgen. Schamlos sagen sie Biodiesel dazu.

Joao de Jesus Paes Loureiro in "Die Gesicher Amazoniens":

Die Geldhände, Nägel des Latifundiums, zerfetzen das Gesicht der Erde.
Die Geldhände, Ruder des Latifundiums, zerfetzen das Gesicht des Wassers
Die Geldhände, Kugeln des Latifundiums, zerfetzen das Gesicht der Menschen


Robert-Bosch-GymnasiumLangenau - 25.12.2008
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