Werkstatt-Aufführung des Theater & Literatur-Kurses Jgst. 12 |
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| Fotos: Schweizer |
Im Schuljahr 2009/2010 kam erneut ein Theater & Literatur-Kurs zustande. Im Schuljahr davor war das Robert-Bosch-Gymnasium eine der wenigen Pilotschulen in Baden-Württemberg, die dieses Wahlfach für die Jahrgangsstufe 12/13 während der Schulversuchsphase anbieten konnten. Kerstin Grevel leitete in zwei Wochenstunden ihre Schüler ganz praktisch zum Erforschen ihrer Ausdrucksmöglichkeiten von Stimme, Körper und deren Zusammenspiel an. In etlichen Projekten wurde beeindruckend gezeigt, wie sich die Arbeit entwickelte. Und auch im zweiten Kurs, diesmal unter meiner Leitung , ging es vor allem praktisch zur Sache: Es geht bei dem Kurs insbesondere um die Erprobung theatraler Gestaltungsmittelsmittel. So stehen Übungen zu Körper, Bewegung, Raum, Stimme etc. im Vordergrund. Ästhetischer Wahrnehmung, Erfahren, Gestalten, Erweitern der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und Reflektieren stehen dabei im engen Wechselspiel miteinander. Grundkenntnisse über Theatergeschichte und Theatertheorie werden vermittelt und immer auch wieder praktisch-spielerisch umgesetzt; Inszenierungskonzepte anhand von konkreten Theatervorstellungen erlebt, besprochen und selber entwickelt. Hier einige Gedanken des derzeitigen 12-er Kurses zum "Theater & Literatur"-Kurs: anders als andere, "normale" Schulfächer Nach dem ersten Halbjahr gab nun der Kurs für Interessierte einen Einblick in seine Theaterarbeit. In der Werkstatt-Aufführung am 16. März 2010 wurden unter dem Motto "Yes, we can'theater. Das erste Mal" kleine Inszenierungen und Improvisationen gezeigt. Einige Übungen der Theaterarbeit sind durchaus geeignet vor Publikum gezeigt zu werden, z.B. der "Rautentanz". Was - im besten Fall - aussieht wie eine gut synchronisierte, lange einstudierte Choreographie ist in Wirklichkeit eine jedes Mal neu entstehende Improvisation nach denkbar einfachen Regeln: Die Tänzer stehen in einer Raute und vollziehen sofort die Bewegungen des jeweiligen an der Spitze stehenden Tänzers nach. Dreht sich dieser Vortänzer um z.B. 180 Grad, dann wird automatisch der auf der gegenüberliegenden Seite der Raute und nun an der Spitze stehende Tänzer zum Vortänzer, dem alle folgen. Gelingt es den Schauspielern die Bewegungen exakt und zeitnah zu übernehmen, entsteht so der Eindruck synchroner Bewegungen. Die Übung dient dazu die gegenseitige Wahrnehmung und das Körpergefühl zu schulen - und zugleich eben ist es ästhetisch anzuschauen. Ein Schwerpunkt der Werkstatt-Aufführung war die Inszenierung von Gedichten. Die Schüler wählten dazu Gedichte selber aus und erarbeiteten in Kleingruppen Inszenierungen dazu. Hier ist dann zunächst weniger der sonst im Deutschunterricht häufig gewählte kognitive Zugang gefragt, sondern der emotional-subjektive: Was spricht mich an dem Gedicht an? Welche Assoziationen verbinde ich damit? Was bedeutet das für mich? In einem zweiten Schritt geht es dann darum sich in der Kleingruppe über persönliche Bedeutungen auszutauschen, sie zu diskutieren und schließlich in einem dritten Schritt sich zu einigen und Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten für die eigene Interpretation zu finden und diese umzusetzen. Gewählt wurden überwiegend zeitgenössische, moderne Gedichte, so. z.B. Erich Fried: "Ungewiß", Jutta Richter: "Hinter dem Bahnhof liegt das Meer", Rayk Wieland: "Für dich". Auf Wunsch mehrerer Schüler nahmen wir auch szenische Improvisationsübungen in das Programm auf. Dabei müssen die Schauspieler spontan Spielvorschläge z.B. des Publikums umsetzen. Hierbei ist dann gefragt die Impulse der Mitspieler wahrzunehmen, aufzugreifen und darauf zu reagieren, sodass sich ad hoc eine Handlung entwickelt, die für die Zuschauer interessant ist. So wurde z.B. eine Szene aus einem "fremdsprachigen" Land gespielt. Die Zuschauer entschieden, in welchem Land sich die Schauspieler befinden - und dementsprechend auch die jeweilige Sprache sprechen - sollten und in welcher Situation sie stecken , so befanden sich die beiden Schauspieler in der ersten Runde an der Kasse in einem Laden irgendwo in der Nähe des Nordpols, sprachen natürlich die Sprache der Einheimischen und wurden von zwei weiteren Spielern nahezu simultan übersetzt… Insbesondere diese Impro-Spiele mit ihren immer wieder überraschenden Wendungen sind bei den Spielern beliebt und kamen sehr gut bei den Zuschauern an. Da ich nun in Mutterschutz geht, wird Kerstin Grevel den derzeitigen 12-er Kurs weiterführen. Man darf gespannt sein, welche Projekte sich im weiteren Verlauf des Kurses noch entwickeln werden! Xenia Fox Seite von Literatur und Theater auf der Homepage des Gymnasiums | |