Der Literatur- und Theaterkurs der OS 2 zeigt ein Erzähltheaterstück: Die zertanzten Schuhe - ein ungewöhnliches Märchen der Gebrüder Grimm |
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Fotos: Schweizer |
Wer ließe sich nicht gern eine Geschichte erzählen? Wer kennt nicht den Zauber einzutauchen
in eine narrative andere Welt? Von dieser Grundeigenschaft des Menschen, zu erzählen und
in Geschichten zu leben, profitiert das Erzähltheater, eine Form, die auf den großen
Bühnen immer mehr Beachtung findet und aktuell das postdramatische Theater ablöst. Im
Erzähltheater kann letztlich alles zum Bühnenstoff werden: Telefonbücher, die großen Epen
der Weltliteratur und - für den Literatur- und Theaterkurs der Oberstufe 2 das Märchen von
den zertanzten Schuhen. Demet Aksakal, Christos Baliakas, Vivien Budäus, Fabian Gring, Amelie Höb, Joana Junginger, Hannah Leuze, Eva-Maria Mahr, Carla Mannschedel, Patrick Mayer, Carolin Rippstain, Felix Roscher, Layla Wahl und Yvonne Wanner haben das Märchen in Szene gesetzt - humorvoll, mit viel Fantasie für kleine theatrale Effekte und mit Freude an der typisch fragmentarischen Darstellung dieser Theaterform sowie den raschen Verschränkungen der Erzählebenen. Und am Ende steht nicht der Sieg des Guten, sondern die Irritation. Soll man aufatmen, weil die Ordnung wiederhergestellt ist und die exzessiv tanzenden Töchter wieder unter Kontrolle gebracht sind? Soll man mit ihnen leiden, weil es anscheinend kein Entrinnen gibt vor dem Prestige- und Nützlichkeitsdenken der Mächtigen? Am Ende siegt die Ambivalenz - und Entwicklung wird möglich. In welchem Maß sich die Schülerinnen und Schüler dieses Kurses entwickelt haben, zeigt der Weg ihrer drei Präsentationen bis hierher. Das lässt vielversprechende Abiturprüfungen in Literatur und Theater erwarten! Kerstin Grevel | |