"Die zertanzten Schuhe" - oder: Warum Jung-Sein nicht so leicht ist... |
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Fotos: Schweizer
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Das Grimmsche Märchen von den zertanzten Schuhen ist eher unbekannt. Und wo es uns doch
begegnet, etwa in Bilderbüchern, wird der Schluss beschönigt und geglättet. Also verspricht
das ein interessanter Stoff für den Literatur- und Theaterkurs zu sein: Ein König hat zwölf
Töchter, die jede Nacht geheimnisvoll verschwinden und am Morgen zerschunden und mit
zertanzten Schuhen zurückkommen. Einem Soldaten gelingt es, das Geheimnis zu lüften:
Die Mädchen durchtanzen die Nächte mit Prinzen. Dabei geht es um Erlösung, also um alles.
Als der Vater erfährt, dass seine Töchter immer wieder an diese Grenze gehen und darüber
hinaus, setzt er dem Treiben mit Gewalt ein Ende...
Nicht selten erleben Jugendliche, dass es nicht so leicht ist, die Jugend zu leben. Eltern befürchten oft, dass ihre Kinder in soziale oder kriminelle Abgründe geraten könnten und sich selbst Schaden zufügen. Diese brauchen aber einfach ihren Erfahrungsraum um sich selbst zu finden. Ein Thema, das den Literatur- und Theaterkurs interessiert. Mit Mitteln des Erzähltheaters haben Amelie Höb, Hannah Leuze, Eva-Maria Mahr,
Carla Mannschedel, Carolin Rippstain und Layla Wahl das Märchen von den zertanzten
Schuhen fantasievoll auf die Bühne gebracht und es am Kodex-Tag der Klasse 8d des
Robert-Bosch-Gymnasiums vorgestellt. Anschließend moderierte jede der Oberstufenschülerinnen
eine Diskussionsgruppe von Achtklässlern, die das Wochenthema Toleranz und Courage auf ganz
eigene Art und Weise beleuchteten: "Manchmal erregt man Verdacht bei den Erwachsenen, einfach
nur, weil man seine Jugend lebt." - Das war der Gesprächsimpuls einer Kleingruppe,
andere lauteten "Jugendliche brauchen Zeiten und Räume, wo sie unkontrolliert von
Erwachsenen ihre eigenen Erfahrungen machen können" oder "Wenn Jugendliche ihre Eltern
verändern könnten, dann würden sie...." Für die Mittelstufenschülerinnen und -schüler
war es interessant, sich untereinander und mit älteren Mitschülerinnen auszutauschen
und zu spüren: Die Herausforderung erwachsen zu werden bleibt keinem erspart, auch
wenn man manchmal gerne die Fast-Forward-Taste drücken möchte. Kerstin Grevel
Zwei Publikumsstimmen aus der Klasse 8d: An der Aufführung des Theaterkurses des RBG gefiel mir vor allem, die Idee ein
Märchen als Vorlage für die Aufführung zu nehmen, es aber zweckmäßig an die heutige
Zeit anzupassen. Interessant war dabei die Darstellung als Erzähltheater, die mir
bis dahin noch unbekannt war, sowie die Möglichkeit, dass die Schauspieler nicht von
der Bühne abgehen, sondern dem Publikum nur den Rücken zuwenden. Dadurch war ein
nahtloser Übergang der verschiedenen Ebenen des Erzähltheaters möglich. Die Aufteilung
in kleine Diskussionsgruppen nach der Aufführung zur Bearbeitung verschiedener Thesen
war hilfreich für das Verständnis und hat nochmals zum Nachdenken angeregt. Ein weiterer
positiver Aspekt war, dem Stück zwei verschiedene Enden zu geben, was vor allem durch
die verschiedenen Ebenen gut dargestellt werden konnte und somit auf die Umsetzung
mehrerer Möglichkeiten im wirklichen Leben hinwies. Michelle Broome
Durch das Märchen als Beispiel wurden die Probleme zwischen Jugendlichen und ihren Eltern
schön dargestellt. Man hat dadurch gesehen, dass es wichtig ist miteinander zu reden, damit
es keine Probleme gibt. Julia Kölle
Link: Die Seite des Literatur- und Theaterkurses
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