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"Pubertät live" - Theaterworkshop im Rahmen des Kodex-Tags










Fotos: Schweizer
"Konrad?"
"Ja, Herr Professor?"
"Erarbeite ein Konzept für Mobbingstrategien und präsentiere mir die Ergebnisse des Laborversuchs!"
"Wird gemacht, Herr Professor. Die Probanden , also, ähm, die Versuchskaninchen, sind bereit. Wir haben hier 18 Jugendliche der Theater-AG des Robert-Bosch-Gymnasiums in Langenau (Klassen 6 bis 8), die sich heute in unserem Theaterlabor einem Selbstsicherheitstraining unterziehen und mit Mobbingstrategien experimentieren."

Der Professor und sein Assistent Konrad, alias Irene Greiner und Sonja Hilsenbek, beide pädagogische Theatertrainerinnen des Kultur-Hauses Neckargerach, bildeten den szenischen Rahmen, in dem sie den Workshop "Pubertät und Mobbing" der Theater-AG im Rahmen des Kodex-Tages im Pfleghof leiteten.

Natürlich ging es um die Themen der Pubertät, einer Zeit, in der sich der innere Beobachter entwickelt und mal unterstützend, aber meist kritisch die eigene Person und die Anderen beobachtet und wertet: Pickel, Aussehen, Trends, Vorbilder, Styling , Eltern, Freunde. Dabei geht es immer auch um das brisante Thema Mobbing.

Im spielerischen Erlernen eines individuellen "Auftritts" (Selbstsicherheit: ich stehe zu mir) nehmen die Spieler sich selbst wahr und werden wahrgenommen. Verschiedene Typen, an denen sich Pubertierende orientieren, dürfen spielerisch auf der Bühne ihren mimischen, gestischen und sprachlichen Ausdruck finden und so manche und mancher erkennt sich wieder in der Zicke, Petze, Emo, Boss, Chaotin, Tussi… und vielen anderen. Mit großer Spielfreude improvisierten die Schülerinnen und Schüler diese Rollen.

Richtig spannend wurde es dann, als Szenen auf dem Pausenhof und Auseinander-setzungen mit den Eltern improvisiert wurden. Zusammen mit Konrad und dem Professor fanden die Akteure heraus, welche Mobbing-Strategie der jeweilige Typ anwendet: Wie verhalten sich die Arrogante, die Brave oder der Gangster, wenn sie mit einem Teddybären oder einem anderen peinlichen Objekt auf dem Schulhof auf einen Klassenkameraden treffen? Stehen sie zu sich oder schieben sie lieber alles auf einen anderen Verantwortlichen ab? Wählen sie Tarnstrategie oder Rollentausch? Nehmen sie Drohgebärden ein, leugnen sie oder greifen sie selber an? Der Professor war beeindruckt von den vielerlei Spielarten der Reaktionsmöglichkeiten.

In dieser Art des persönlichkeitsbildenden Theaters können Schülerinnen und Schüler den spielerischen Umgang mit Konfliktthemen erproben. Und das haben sie an diesem Vormittag mit Konrad und dem Professor getan, mit Begeisterung, Fantasie und Freude.

Am Abend bekamen die Spieler die Möglichkeit, einige erarbeitete Szenen bei einem Vortrag der Referentinnen zum Thema "Pubertätsführerschein" für die Eltern auf die Bühne zu bringen. Der abschließende Applaus im gut besuchten Pfleghof war für alle wohl verdient!

Ein großes Dankeschön an den Verein der Freunde, der diesen gelungenen Theaterworkshop ermöglichte!

Dorothea Reuster


Robert-Bosch-Gymnasium Langenau - 28.01.2011
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