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W. Kessler: Weltbeben - Auswege aus der Globalisierungsfalle













  Auf Einladung der Freunde des Gymnasiums, der Volkshochschule und des Kreises 8. Mai sprach Wolfgang Kessler über die Globalisierung, ihre Risiken, ihre Chancen, unsere Aufgaben morgens vor den Abiturienten, abends vor der Langenauer Öffentlichkeit.

Fünf Fragen zu dem Thema hatten die Schüler zuvor im Unterricht diskutiert und gaben zu Beginn ihre Antworten, bevor Wolfgang Kessler seine Lösungen vortrug. Die Fragen lauteten:

  1. Was geschieht? Was ist Globalisierung?
  2. Welches sind die Gefahren?
  3. Welche Chancen gibt uns die Globalisierung?
  4. Was kann die Politik tun?
  5. Was bedeutet es für den jungen Menschen, der in die Globalisierung hineinwächst?

Zu Frage 1 erklärte Kessler, dass es das Wort erst seit 1990 gebe. Zur Globalisierung geführt hätten die nun billig gewordenen Transportmöglichkeiten, die Überwindung der Handelsbeschränkungen durch den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus und die Liberalisierung des Welthandels. Damit habe sich die Produktion geändert und die Auslandsinvestitionen vervielfacht. So hätte auch die US-Hypothekenkrise zu einer weltweiten Krise werden können.

Was sind die Risiken? (Frage 2)

  • Die Konkurrenz wächst an den Arbeitsplätzen und in den Unternehmen.
  • Die Lebensverhältnisse werden unsicherer. Gefordert sind Flexibilität und Mobilität - für Personen, Unternehmen und auch für Regionen.
  • Das Geld wird immer ungleicher verteilt.
  • Die ökologische Krise wird global.
  • Spannungen zwischen den Kulturen. Die westliche Kultur überrennt andere Kulturen. Diese wehren sich. Die Folge sind Kriege.

Aber die Globalisierung gibt uns auch Chancen. (Frage 3)

  • Es bieten sich Möglichkeiten, im Ausland tätig zu sein.
  • Die Welt ist eine Ansammlung von Märkten. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ist vom Export abhängig.
  • Es war noch nie so viel Geld da wie zur Zeit.
  • Auch Umwelttechniken verbreiten sich weltweit.
  • Globalisierung fördert den Frieden. So wie durch die Vernetzung der Wirtschaft ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland undenkbar geworden ist, könnte die Globalisierung auch anderen Regionen, z.B. dem Nahen Osten Frieden bringen.

Was muss die Politik tun? (Frage 4)

  • Durch Investitionen in Entwicklung, Forschung und Bildung muss die Konkurrrenzfähigkeit der deutschen Betriebe gestärkt werden.
  • Die Politik muss die Menschen sozial absichern: Mindestlohn, Mindestrente, Grundsicherung.
  • Neue Spielregeln für das Finanzsystem
  • Es müssen internationale Vereinbarungen getroffen werden, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.
  • Wirtschaftliche Zusammenarbeit und ein fairer Handel sind wichtig für den Frieden. Für Rohstoffe müssen höhere Preise bezahlt werden und die subventionierte Landwirtschaft Europas und der USA darf nicht die Landwirtschaft der Entwicklungsländer zerstören.

Was kann ich angesichts von Globalisierung tun? (Frage 5)

  • Eine gute Ausbildung und ein Beruf, den ich mit Leidenschaft ausüben kann.
  • Ich muss der Welt mit Mut und Offenheit begegnen.
  • Ich muss eine eigene Ethik entwickeln, z.B. der christliche Glaube. Wer keine eigene Ethik besitzt, ist der Getriebene. Man muss wissen, was einen nach Niederlagen wieder aufbaut.

In der anschließenden Diskussion ging es um Billigprodukte, die Rolle des Glaubens und die Rolle der Reichen, vor allem darum, ob die ungerechte Verteilung des Geldes wirklich ungerecht ist.

E.S.


Robert-Bosch-GymnasiumLangenau - 22.01.2009
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