Biographie von Frederick Forsyth

Frederick Forsyth wurde im August 1938 in Ashford, Kent, England geboren. Mit 19 Jahren wurde er einer der jüngsten Piloten der RAF. Die nächsten Jahre verbrachte er als Reporter für die Eastern Daily Press in Northfolk. Er spricht fließend Französisch, Deutsch und Spanisch. 1961, im Alter von 23 Jahren wurde er Korrespondent für Reuters in Paris, später in Ostdeutschland und der Tschechoslowakei.

Von Juli bis September 1967 war er beim Krieg Biafra-Nigeria als Assistant Diplomatic Correspondent für die Biafra Seite tätig. Es interessierte ihn, durch eigene Recherchen und seine Arbeit die historische Wahrheit herauszufinden. 1968 verließ er die BBC um nach Biafra zu gehen. Dort erstattete er Bericht über den Krieg, zuerst freischaffend, später für den Daily Express und das TIME Magazine. 1970, nach 9 Jahren als Journalist, schrieb er sein erstes Buch, The Day of the Jackal, dabei konnte er sich seine journalistischen Fähigkeiten zu Nutze machen.

Neben fast ganz Europa bereiste er auch den Mittleren Osten und Afrika. Die Erfahrungen seiner Arbeit und seiner Reisen spiegeln sich in seinen Büchern wieder.

Die Bücher Forsyths sind für ihre exakte Recherche und die Verknüpfung von historischer Authentizität mit Fiktion bekannt.

Ein Beispiel hierfür ist die Kanone von Gerry Bull: Die irakische Supergun, die im Roman eine große Rolle spielt.

Gerald Vincent Bull (bekannt als Gerry Bull) wurde 1928 in North Bay, Ontario, geboren. Er war ein sehr ambitionierter Schüler und schaffte seinen Highschool Abschluss schon mit sechzehn Jahren. An der University of Toronto begann er das Studium des Maschinenbaus, das er als der jüngste Doktor in der Geschichte der Universität abschloss.

Bei Betrachtung der amerikanischen Raketen, die in den fünfziger Jahren gebaut wurden, erkannte er, dass neun Zehntel dieser Rakete nur die erste Stufe der Rakete bildeten. Das restliche Zehntel setzte sich zusammen aus den zweiten und dritten Stufen. Die erste Stufe sollte die Rakete durch die untersten 150 Kilometer der Lufthülle der Erde steigen lassen. Deshalb fragte sich Bull folgerichtig, ob man nicht die zweite und dritte Stufe mit einer riesigen Kanone in 150 Kilometer Höhe schießen lassen könnte und so die komplette erste Stufe sich sparen könnte. Diese Methode wäre um ein Vielfaches billiger als die allgemein gängige Methode. Nach jahrelanger Forschungsarbeit in Kanada und Barbados ging Bull das Geld aus und er suchte andere Forschungsgebiete um Geld zu verdienen. Aber das Problem der Superkanone lies ihn nie los.
Als der Irak im Jahre 1988 Kontakt aufnahm und an einer solchen Kanone interessiert war, konnte Bull dem Angebot nicht widerstehen.
Die genauen Abmessungen dieser irakischen Superkanone waren 156 Meter Rohrlänge, 1 Meter Kaliber und 1665 Tonnen Gewicht. Wissenschaftlich klingen die Dimensionen dieser Kanone aus der Luft gegriffen, aber Bull hatte das gleiche Prinzip auch schon mit der Mini-Babylon (Miniaturausführung der Supergun) mit einem Kaliber von 35 Zentimeter und dem Gewicht von 113 Tonnen erfolgreich angewendet. Ob, diese Kanone wirklich funktionstüchtig gewesen wäre, kann man nicht mehr feststellen, da die Kanone vor Bulls Tod im Jahre 1990 aller Voraussicht nach noch nicht fertig gestellt war und nur er das Prinzip der Kanone voll und ganz verstanden hatte.

 

Personen des Romans


Den engen Zusammenhang von Realität und Funktion erkennt man aber auch allein durch einen Überblick über die wichtigsten Personen des Romans:

George Herbert Walker Bush

- 1966: Wahl ins House of Representative

- 70er-Jahre: verschiedene wichtige Führungspositionen

- 1981: Vizepräsident

- 1989-1993 41. Präsident der USA

Saddam Hussein

- Präsident und Diktator des Iraks seit 1979

- Mehr gefürchtet von seinem eigenen Volk als jedes andere Staatsoberhaupt

Mike Martin (SAS- Major)

- „Held" des Romans

- harte und langjährige Ausbildung

- in Bagdad aufgewachsen, spricht fließend Arabisch, arabisches Aussehen

- hochtalentierter verdeckter Ermittler

- lebt für seine Arbeit

Omar Khatib (Brigadegeneral) – Jericho

- Chef der Geheimpolizei (AMAM) 

- als Folterer „Mu’asib" bekannt 

- quält zum Teil unschuldige Menschen

- tötet für seine Zwecke

- Verräter des eigenen Landes

- gibt höchst geheime Infos an Engländer, Amerikaner und Israelis weiter

 

Themen


Nach der Lektüre des Romans haben wir uns in Gruppen schwerpunktmäßig mit folgenden Themen beschäftigt.

 

1. Kriegspropaganda

Das wohl schockierendste Beispiel für Kriegspropaganda im Jahre 1990 war die Geschichte der 15-jährigen Kuwaiterin Nayirah. Vor der Menschenrechtskommission des US-Kongresses gab sie zu Protokoll, was sie als Krankenpflegerin in ihrer von irakischen Truppen besetzten Heimat „selbst gesehen" hatte: „Ich sah die irakischen Soldaten. Sie kamen mit Gewehren ins Krankenhaus und haben die Babys aus den Brutkästen gerissen."

„Sie haben die Neugeborenen auf dem kalten Boden sterben lassen." Der Augenzeugenbericht wurde via Satellit über den ganzen Globus verbreitet - die Welt war entsetzt. Diese globale Empörung hatte weitreichende Folgen: Die Befürwortung eines amerikanischen Militärschlages gegen den Irak nahm innerhalb kürzester Zeit von 34 auf 72 Prozent zu. Die Folge war 3 Monate später die „Operation Wüstensturm".

Eine 2002 vom schwedischen „Amt für psychologische Verteidigung" veröffentlichte Studie kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Heutzutage gibt es neben Heer, Luftwaffe und Marine eine vierte Waffengattung - die Medien. „Es ist ein Kampf um die Köpfe und Herzen", so der deutsche Konfliktforscher Professor Wolfgang Vogt. „Wer diesen Kampf gewinnt, gewinnt letztendlich auch den Krieg. Ihre Waffe sind hochbezahlte Infostrategen. Wenn sie angreifen, fließt kein Blut. Aber ihre Siege können Kriege entfachen. Der wohl erfolgreichste Coup in der jüngeren Propaganda-Geschichte war eben die genannte Kampagne um das kuwaitische Mädchen Nayirah.

Erst nach dem Golfkrieg kam die Wahrheit zu Tage: Der ganze Wirbel um das Mädchen Nayirah wurde von der US-Firma Hill & Knowlton brillant inszeniert. Die Firma, eine der weltweit führenden PR-Agenturen bekam den mit 11,5 Millionen Dollar dotierten Auftrag, Stimmung gegen die Gewaltherrschaft von Saddam Hussein zu machen. Es stellte sich sogar heraus, dass es sich bei dem Mädchen um niemand geringeren als die Tochter des kuwaitischen Botschafters in Washington handelte, die sich für diesen Schwindel zur Verfügung stellte.

Psychologische Kriegsführung basiert nicht allein auf Desinformation und Lüge, oft wird in Krisenzeiten die Wahrheit auf ihren strategischen Wert reduziert. „Im Krieg ist die Wahrheit so kostbar, dass sie stets von einer Leibwache von Lügen umgeben sein sollte", sagte einst der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg. In Krisenzeiten wissen wir im Wesentlichen nur, was durch Filter der Militärs gegangen ist, so wird die Wahrheit das erste Opfer des Krieges.

 

2. Heiligt der Zweck die Mittel?

Dürfen Polizeibehörden zur Verhinderung von Straftaten Folter anwenden, um größeres Unheil abzuwenden?

Ist der Staat gar zur Anwendung der Folter verpflichtet, um das Leben seiner Bürger zu schützen?

Seit dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September gibt es eine neue Hauptaufgabe in der nationalen und internationalen Politik: Den Kampf gegen den Terrorismus.

Doch welche Mittel darf man einsetzen, um den Terrorismus zu bekämpfen und die Menschen von den angeblich drohenden Gefahren zu schützen?

Kann man so einen Krieg rechtfertigen?

Im Falle des Irakkrieges spricht man sogar von einem „chirurgischen Eingriff". Der Krieg ist das Mittel um ein diktatorisches Regime aus einem Land „herauszuschneiden", ohne dass das Volk leiden muss. Doch gibt es einen „sauberen" Krieg, indem keinem Unschuldigen Leid zugefügt wird, indem Tote „nur" bedauerliche Betriebsunfälle, Ausnahmen von der Regel sind?

Doch ein weiteres Beispiel aus der Geschichte zeigt uns, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. Gerade für uns Deutsche waren die Nürnberger Prozesse in diesem Zusammenhang eine wichtige Lektion:

Auch die schlimmsten Menschheitsverbrecher haben das Recht auf einen öffentlichen und fairen Prozess.

Obwohl uns die Realität leider oft etwas anderes lehrt, ließe sich ein Fazit etwa so formulieren:

Im Rechtsstaat heiligt der Zweck niemals die Mittel. Die überlegene Würde der Rechtsstaatlichkeit gründet darauf, dass die Rechtsstaatsprinzipien immer auch auf die Gegner des Rechts angewendet werden müssen.

Hinsichtlich der Gewalt heiligt der Zweck niemals die Mittel. Alle moralischen Handlungen gründen auf Prinzipien, die Gewaltinitiativen, Androhung von Gewalt und Zwang als Mittel zur Erreichung eines Ziels verbieten. Dabei spielt es keine Rolle wie „edel" diese Ziele sind.

 

3. Der Irak  -  Sunniten und Schiiten

Die Bevölkerung des Irak unterteilt sich sowohl ethnisch als auch religiös in je zwei große Gruppen. Gut vier Fünftel der rund 24 Mio. Menschen sind Araber, knapp ein Fünftel Kurden. Etwa zwei Drittel der Iraker hängen der schiitischen und ein Drittel der sunnitischen Glaubensrichtung des Islams an. Die Araber sind in der Mehrheit Schiiten, die Kurden Sunniten. Nur drei Prozent der Iraker gehören religiösen und fünf Prozent ethnischen Minderheiten an. Die wichtigste religiöse Minderheit sind die Christen.

Obwohl die schiitischen Araber im Irak die Bevölkerungsmehrheit stellen, werden sie vom Staat benachteiligt. Saddam Hussein gehört den Sunniten an. Sowohl die schiitischen Araber im Süden als auch die Kurden im Norden haben wiederholt rebelliert, zuletzt unmittelbar nach dem Ende des Golfkrieges von 1991. Die Aufstände wurden stets grausam niedergeschlagen. Die religiöse Teilung der irakischen Bevölkerung hat erheblich frühere Wurzeln. Über die Frage der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten Mohammed spaltete sich der Islam im siebten Jahrhundert in die sunnitische und die schiitische Glaubensrichtung:

SUNNITEN

Die Sunniten machen die überwiegende Mehrheit (ca. 90%) der heute lebenden Muslime aus. Ihre Bezeichnung leitet sich von der Sunna her, was so viel heißt wie Herkunft, Brauch oder Sitte. Die Sunna ist eine Sammlung von Aussprüchen und Überlieferungen über das Leben und Wirken des Propheten Mohammeds. Sie ist Richtschnur des Handelns der Gläubigen. Die Sunna ist neben dem Koran das Fundament des muslimischen Glaubens.

SCHIITEN

Sie bilden die zweitgrößte Gruppe (10%) der Muslime.

Die Schia (=Gruppe/Partei Alis) spaltete sich in zahlreiche Einzelgruppen auf, die darin übereinstimmen, dass allein Ali, Vetter und Schwiegersohn des Propheten der rechtmäßige Nachfolger Mohammads ist.

KURDEN

Kurden im Irak
Mit 25-30 Millionen Menschen sind die Kurden weltweit das größte Volk ohne eigenen Staat.
Der Irak war der erste Staat mit einer beträchtlichen kurdischen Minderheit, der in einem Verfassungsdokument 1958 die nationalen Rechte der kurdischen Bevölkerung anerkannte. Diese Rechte standen jedoch nur auf dem Papier. Gegen die Kurden wurde eine Politik der Umsiedlung und Vertreibung, der Bombardements und Arabisierung durchgeführt, die Widerstandskämpfe und eine Massenflucht von Kurden in den Iran zur Folge hatte. In den 80er Jahren wurde ein beispielloser Vernichtungsfeldzug gegen die Kurden geführt. Nach der Befreiung durch die Alliierten des Golfkrieges wurde für Irakisch Kurdistan durch die UNO-Resolution eine Schutzzone nördlich des 36. Breitengrades eingerichtet. Sie sollte die Menschen vor den Überfällen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein schützen. Im Mai 1992 konnten unter dem Schutz der Alliierten in Irakisch- Kurdistan die ersten freien Wahlen stattfinden.

 

4. Hat der Irak heute ABC-Waffen?

Februar/März 2003:

Die Waffeninspekteure fanden im Irak große Mengen des Milzbranderregers und des Nervengases VX, 1.5 Tonnen (!) des Nervengases VX wurden schon vernichtet. Bomben mit Anthrax (Milzbranderreger) wurden ebenfalls entdeckt. Außerdem ist der Irak im Besitz von mehr als 100 Kurzstreckenraketen vom Typ „Samud", die die erlaubte Reichweite von 150 km überschreiten. Südlich von Bagdad zerstörten die Inspektoren eine Fabrikationsanlage.

Es wurden keine Atomwaffen gefunden. Der Irak ist also in der Lage gewesen, biologische und chemische Waffen herzustellen und sie auch einzusetzen

 

 

   

(c) 2003 - Robert-Bosch-Gymnasium Langenau - 28.05.2003 durch webmaster
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