Exilliteratur einmal anders | ||
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Das Cantaton Ensemble zu Gast bei den Klassen 12 und 13 "…ich lebe in meinem Mutterland Wort", unter diesem Stichwort stand der literarisch–musikalische Vortrag über Exilliteratur gehalten vom Cantaton Ensemble Erbach, organisiert von der Deutschfachschaft für die 12. und 13. Jahrgangsstufe am Mittwoch den 20.10.04 im evangelischen Gemeindehaus. Wer allerdings einen rein historischen Vortrag mit Daten und Fakten über Exilliteratur erwartete, wurde enttäuscht. Denn das Ensemble,1995 gegründet, bestehend aus zwei erfahrenen und vielseitig ausgebildeten Schauspielern, Horst Schäfer und Dr. Burkhard Engel, trug in dieser Lesung eine Auswahl literarischer Zeugnisse über zwei Jahrhunderte deutsche Literaturgeschichte vor - von Thomas Mann bis Berthold Brecht, von Stefan Zweig über Heinrich Heine bis hin zu Hilde Domin und Jean Amery. Die Exilliteraten - wie auch viele Intellektuelle ihrer Zeit – verließen in großer Zahl ihr Heimatland, in dem sie verleumdet und ausgebürgert wurden. Ihr Leben im Exil war geprägt von existentiellen und psychischen Nöten, Heimweh und dem Verlust der Muttersprache. Aus den Briefen und Gedichten sprechen Trauer, Verlusterfahrungen und Entfremdung. Das Ziel des Ensembles, dem Publikum Literatur durch eine Verbindung von Lesung und Musik anzubieten, war fantastisch gelungen. Dr. Burkhard Engel, musikalisch ausgebildet an Gitarre und Klavier, untermalte seine Gedichtvorträge mit Gitarrenweisen und Klavierbegleitung, während sein Partner, Horst Schäfer, Gedichte auf rhetorisch ansprechende Weise exzellent vortrug und beim literaturbegeisterten Zuhörer wahre Wallungen an Glückshormonen hervorrief. Auf diese Weise mit Exilliteratur in Berührung zu kommen war ein voller Erfolg, nicht zuletzt für die Schüler, denen das Abitur in diesem Schuljahr bevorsteht. Matthias Schmutz, Klasse 13b |
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