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Bericht:
KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg Das „ Fort Oberer
Kuhberg“ ist ein Teil der
„Bundesfestung Ulm“, die 1842-1857 erbaut wurde. Im November 1933
wurde es zu einem KZ (als Nachfolge des Lagers Heuberg bei Stetten)
umfunktioniert. Das KZ bestand bis Juli 1935 und wurde offiziell „Württembergisches
Schutzhaftlager Ulm/Donau“ genannt. In diesem KZ wurden 600 Häftlinge,
darunter vor allem politische Gegner wie Kommunisten und Sozialdemokraten,
aber auch Pfarrer gefangen gehalten. Die Häftlinge wurden in drei Stufen
unterteilt; die erste Stufe war die harmloseste, die dritte die strengste.
Nach der Auflösung des KZs kamen die verbliebenen Häftlinge nach Dachau.
Es
gab auch Vorschriften, die aussagten, dass man Häftlinge gerecht und
menschlich behandeln sollte. Doch an diese hielt sich die SA nie, sondern
sie übte Brutalität an den Gefangenen aus, die sich in Körperverletzungen
sichtbar machte und demütigte die Häftlinge. Als nächstes führte
man uns in die unterirdischen Kasematten, die früher der Aufenthaltsort
der Stufen zwei und drei waren. Es gab je sieben Holzbetten mit Strohsäcken,
in denen die Häftlinge schlafen mussten. In den Kasematten herrschte Kälte,
Enge und Schmutz. Diese Lebensverhältnisse waren für die Häftlinge noch
schädlicher als die täglichen Misshandlungen, da sie durch die mangelnde
Hygiene gefährliche Erkrankungen bekamen. Die Gefangenen wurden
kahlgeschoren, nummeriert und durften nur die Toilette benutzen, wenn sie
um Erlaubnis gefragt hatten. Außerdem war nur alle 14 Tage Badetag. Zum
Alltag der Häftlinge gehörten Verhöre mit Buck, Latrinen leeren und
auch Scheinerschießungen. Die Häftlinge mussten jeden Tag harte Schläge
über sich ergehen lassen und bekamen auch viel zu wenig zu essen. Zur
Tagesordnung gehörte auch der tägliche Appell. Dort mussten die
Gefangenen – bei jeder Jahreszeit- auf den Appellplatz heraus, stramm
stehen und sich einige Reden anhören. Es war keine Ausnahme, dass diese
mehrere Stunden dauerten. Die Häftlinge der
Stufe eins und zwei mussten auch harte Arbeiten ausführen, wie Arbeit im
Steinbruch und im Kohlewerk. Auch sinnlose Arbeit war dabei, wie das
Schaufeln eines Loches, welches auch wieder zugeschaufelt werden musste.
Eine beliebte Arbeit war die Küchenarbeit. Diese war relativ einfach.
(Bsp.: Kartoffeln schälen) und man konnte auch etwas Essen mit in die
Kasematten schmuggeln. Im Gegensatz zu den Häftlingen der Stufe eins und
zwei durften die der Stufe drei nicht arbeiten, sondern mussten den ganzen
Tag in den dunklen, kalten und schmutzigen Kasematten sitzen. Im KZ gab es
auch einen Lagerarzt. Dessen Anweisungen wurden aber ignoriert und auf
kranke Häftlinge wurde keinerlei Rücksicht genommen. In den unterirdischen
Kasematten wurden einige Zitate ehemaliger Häftlinge ausgestellt:
Unsere nächste
Station waren die Einzelhaftzellen von Alfred Haag und Dr. Kurt
Schumacher, die sich auf dem Festungsgelände befanden. Dr. Kurt
Schumacher war Mitglied der SPD und wurde daher festgenommen. Alfred Haag
war KPD-Mitglied und Nazi-Gegner. Er wurde 1904 geboren und hatte eine
Frau namens Lina Haag. Alfred Haag wurde am 12.2.1932 zu einem Jahr Gefängnis
verurteilt, ebenfalls wie seine Frau Lina, die am 28.2.1932 verhaftet,
aber schon an Weihnachten wieder entlassen wurde. Im Mai 1934 wurde Alfred
Haag in das KZ Kuhberg gebracht und wurde später wieder entlassen. Da er
aber der SA gesagt hat, dass er nach seiner Entlassung der Außenwelt über
die Zeit im KZ berichten werde, wurde er wieder
verhaftet und nach Kuhberg gebracht. Am 8.8.1982 ist Alfed Haag in
München gestorben. Am Ende der Führung
zeigte man uns eine Arrestzelle, die sich im Keller befand. Man nannte
diese auch Dunkelzelle, da dort kein Licht hineingelangte. In der
Dunkelzelle war ein Zitat von Emil Benz und Alfred Riechert ausgestellt:
450 Namen der
ehemaligen Häftlinge sind bekannt. Diese machten später nach der
Entlassung auch Aussagen.
Nina Mack Klassenstufe 9 | |
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Als ich vergangenen Freitag mit meiner Schulklasse das Konzentrationslager "Oberer Kuhberg" in Ulm besuchte, habe ich viele Eindrücke gesammelt. Davon möchte ich jetzt kurz erzählen. Als wir ankamen, wurden wir gleich von einer jungen Frau empfangen. Wir standen vor einem großen Gebäude aus Stein. Direkt vor dem Eingang hat uns dann die Frau kurz allgemeine Dinge geschildert. Es war ein KZ von 1933-1935. Hier gab es keine Massenmorde, sondern das KZ wurde als Schutzhaftlager bezeichnet. Es sollte das Volk vor den Gegnern des Nationalsozialismuses schützen. Hier wurden also Kommunisten oder Sozialdemokraten festgehalten. Zu den anderen zählten unter anderem drei katholische Pfarrer & ein freikirchlicher Pfarrer. Nach diesen einführenden Worte begaben wir uns in den ersten Stock des Gebäudes. Dort war der Sitz des Lagerkommandanten. Er war sehr brutal. Trotzdem wurde er nach der Zeit des Nationalsozialismus nicht angeklagt & für die vielen Quälereien bestraft. Sein Name war Karl Buck. Die Häftlinge waren entweder nur selten im ersten Stock oder manchmal auch gar nicht. Auch wurde uns über die Wachmänner berichtet. Es gab gute & schlechte. Die meisten hatten Familie zu Hause & haben den Beruf nur angenommen um ihre Familie ernähren zu können. Die Häftlinge wurden in Kasematten, das sind unterirdische Gänge, festgehalten. Es wurden 70-80 Menschen im Alter von 17-71 auf einmal festgehalten. Bekannte Personen waren zum Beispiel der SPD- Reichstagsabgeordnete Kurt Schuhmacher & der KPD- Landtagsabgeordnete Alfred Haag. Die Gefangene trugen entweder ihre eigenen Klamotten oder alte Uniformen. Sie wurden bestraft & litten unter fiesen Demütigungen. Die Häftlinge durften nur alle 14 Tage duschen oder mussten auf „Kommando“ ihr Geschäft voll richten. Auch wurden sie geschlagen & mussten oft hungern, weil das Essen sehr knapp berechnet war. Sie mussten hart im Steinbruch oder in der hauseigenen Schneiderei oder dem hauseigene Schuhwerk arbeiten. Man wollte die Häftlinge irgendwie erschöpfen . Die Häftlinge, die keine Beschäftigung hatten, saßen den ganzen Tag in den dunklen & kalten Kasematten. Insgesamt hatten die Häftlinge untereinander ein sehr gutes Verhältnis & es herrschte eine gute Stimmung. Trotzdem gab es auch öfter Streit wegen der vorhandenen Enge. Auf dem Außengelände gab es auch Einzellen. Hier saßen Alfred Haag & Kurt Schuhmacher fest, weil sie als besonders schlimm eingestuft wurden. Mein Eindruck von dem ganzen ist natürlich nicht sehr gut, weil ich es sehr schlimm finde, was sie mit den eigentlich unschuldigen Menschen angestellt haben. Am schlimmsten finde ich wie sie leben mussten & die Schikanen der Wachmänner. Es ist wirklich traurig, was in dieser Zeit mit den Menschen gemacht wurde. Vor allem finde ich es so ungerecht, dass der Hauptkommandant nie für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wurde. Allerdings finde ich es auch gut, dass wir diese Exkursion gemacht haben, denn so wurde einem bewusst, dass nicht irgendwann & irgendwo man etwas schlimmes mit Menschen gemacht hat. Sondern, dass man direkt neben an von uns Menschen auf das übelste gequält hat. Von Lisa Bass
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29.07.2011 impressum |