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Bericht: KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg

Wir die Klassen 9a, 9b und 9c machten am 6.5.2011 eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg.

Das „ Fort Oberer Kuhberg“ ist ein  Teil der „Bundesfestung Ulm“, die 1842-1857 erbaut wurde. Im November 1933 wurde es zu einem KZ (als Nachfolge des Lagers Heuberg bei Stetten) umfunktioniert. Das KZ bestand bis Juli 1935 und wurde offiziell „Württembergisches Schutzhaftlager Ulm/Donau“ genannt. In diesem KZ wurden 600 Häftlinge, darunter vor allem politische Gegner wie Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch Pfarrer gefangen gehalten. Die Häftlinge wurden in drei Stufen unterteilt; die erste Stufe war die harmloseste, die dritte die strengste. Nach der Auflösung des KZs kamen die verbliebenen Häftlinge nach Dachau.

 Die erste Station unserer Führung war der Eingang des KZs, an dem früher ein Portrait Hitlers angebracht war. Dieses wurde von einem Häftling gezeichnet, welcher künstlerisch begabt war und des Öfteren gezwungen wurde für die Wärter etwas zu zeichnen. Im Keller befanden sich Arrestzellen, in denen es zum Teil kein Licht gab. Nach der Besichtigung des Eingangs gingen wir in den ersten Stock, dort wo zu Zeiten des KZs der Lagerkommandant und die Wachmannschaftschutzpolizei SA, die die Häftlinge bewachte, ihr Büro hatten. Der Lagerkommandant des KZs hieß Karl Buck und wurde 1894 geboren. Er galt als äußerst brutal und er wurde nie für seine Gräueltaten bestraft. Sein Erkennungszeichen war ein Holzbein, das er besaß, weil er im Krieg sein Bein verloren hatte.

 Es gab auch Vorschriften, die aussagten, dass man Häftlinge gerecht und menschlich behandeln sollte. Doch an diese hielt sich die SA nie, sondern sie übte Brutalität an den Gefangenen aus, die sich in Körperverletzungen sichtbar machte und demütigte die Häftlinge.

Als nächstes führte man uns in die unterirdischen Kasematten, die früher der Aufenthaltsort der Stufen zwei und drei waren. Es gab je sieben Holzbetten mit Strohsäcken, in denen die Häftlinge schlafen mussten. In den Kasematten herrschte Kälte, Enge und Schmutz. Diese Lebensverhältnisse waren für die Häftlinge noch schädlicher als die täglichen Misshandlungen, da sie durch die mangelnde Hygiene gefährliche Erkrankungen bekamen.

Die Gefangenen wurden kahlgeschoren, nummeriert und durften nur die Toilette benutzen, wenn sie um Erlaubnis gefragt hatten. Außerdem war nur alle 14 Tage Badetag. Zum Alltag der Häftlinge gehörten Verhöre mit Buck, Latrinen leeren und auch Scheinerschießungen. Die Häftlinge mussten jeden Tag harte Schläge über sich ergehen lassen und bekamen auch viel zu wenig zu essen. Zur Tagesordnung gehörte auch der tägliche Appell. Dort mussten die Gefangenen – bei jeder Jahreszeit- auf den Appellplatz heraus, stramm stehen und sich einige Reden anhören. Es war keine Ausnahme, dass diese mehrere Stunden dauerten.

Die Häftlinge der Stufe eins und zwei mussten auch harte Arbeiten ausführen, wie Arbeit im Steinbruch und im Kohlewerk. Auch sinnlose Arbeit war dabei, wie das Schaufeln eines Loches, welches auch wieder zugeschaufelt werden musste. Eine beliebte Arbeit war die Küchenarbeit. Diese war relativ einfach. (Bsp.: Kartoffeln schälen) und man konnte auch etwas Essen mit in die Kasematten schmuggeln. Im Gegensatz zu den Häftlingen der Stufe eins und zwei durften die der Stufe drei nicht arbeiten, sondern mussten den ganzen Tag in den dunklen, kalten und schmutzigen Kasematten sitzen. Im KZ gab es auch einen Lagerarzt. Dessen Anweisungen wurden aber ignoriert und auf kranke Häftlinge wurde keinerlei Rücksicht genommen.

In den unterirdischen Kasematten wurden einige Zitate ehemaliger Häftlinge ausgestellt:

  • Jeden Tag wurde ich von SA-Leuten herumgejagt und geschlagen. (Emil Dietrich, 2.2.1968)
  • In den ersten Nächten mussten die Häftlinge auf einer feuchten Strohschütte schlafen. (Willy Pflugbeil um 1955)

Unsere nächste Station waren die Einzelhaftzellen von Alfred Haag und Dr. Kurt Schumacher, die sich auf dem Festungsgelände befanden. Dr. Kurt Schumacher war Mitglied der SPD und wurde daher festgenommen. Alfred Haag war KPD-Mitglied und Nazi-Gegner. Er wurde 1904 geboren und hatte eine Frau namens Lina Haag. Alfred Haag wurde am 12.2.1932 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, ebenfalls wie seine Frau Lina, die am 28.2.1932 verhaftet, aber schon an Weihnachten wieder entlassen wurde. Im Mai 1934 wurde Alfred Haag in das KZ Kuhberg gebracht und wurde später wieder entlassen. Da er aber der SA gesagt hat, dass er nach seiner Entlassung der Außenwelt über die Zeit im KZ berichten werde, wurde er wieder  verhaftet und nach Kuhberg gebracht. Am 8.8.1982 ist Alfed Haag in München gestorben.

Am Ende der Führung zeigte man uns eine Arrestzelle, die sich im Keller befand. Man nannte diese auch Dunkelzelle, da dort kein Licht hineingelangte. In der Dunkelzelle war ein Zitat von Emil Benz und Alfred Riechert ausgestellt:

  • … Hunger, Kälte und Misshandlungen… rein gar nichts als Nacht, Not und ein Eimer…

Nachdem wir noch eine halbe Stunde allein das KZ besichtigen durften, erzählte man uns noch etwas über das Verhalten unter den Häftlingen, das sich in fester Kameradschaft äußerte. Doch versuchter Widerstand der Häftlinge war meist erfolglos. Doch am 1.5.1935 gelang einem Häftling die Flucht. Allgemein hinterließ die Gefangenschaft im KZ psychische und körperliche Schäden an den Häftlingen.

450 Namen der ehemaligen Häftlinge sind bekannt. Diese machten später nach der Entlassung auch Aussagen.

Nina Mack Klassenstufe 9

 

Als ich vergangenen Freitag mit meiner Schulklasse das Konzentrationslager "Oberer Kuhberg" in Ulm besuchte, habe ich viele Eindrücke gesammelt. Davon möchte ich jetzt kurz erzählen. Als wir ankamen, wurden wir gleich von einer jungen Frau empfangen. Wir standen vor einem großen Gebäude aus Stein. Direkt vor dem Eingang hat uns dann die Frau kurz allgemeine Dinge geschildert. Es war ein KZ von 1933-1935. Hier gab es keine Massenmorde, sondern das KZ wurde als Schutzhaftlager bezeichnet. Es sollte das Volk vor den Gegnern des Nationalsozialismuses schützen. Hier wurden also Kommunisten oder Sozialdemokraten festgehalten. Zu den anderen zählten unter anderem drei katholische Pfarrer & ein freikirchlicher Pfarrer. Nach diesen einführenden Worte begaben wir uns in den ersten Stock des Gebäudes. Dort war der Sitz des Lagerkommandanten. Er war sehr brutal. Trotzdem wurde er nach der Zeit des Nationalsozialismus nicht angeklagt & für die vielen Quälereien bestraft. Sein Name war Karl Buck. Die Häftlinge waren entweder nur selten im ersten Stock oder manchmal auch gar nicht. Auch wurde uns über die Wachmänner berichtet. Es gab gute & schlechte. Die meisten hatten Familie zu Hause & haben den Beruf nur angenommen um ihre Familie ernähren zu können. Die Häftlinge wurden in Kasematten, das sind unterirdische Gänge, festgehalten. Es wurden 70-80 Menschen im Alter von 17-71 auf einmal festgehalten. Bekannte Personen waren zum Beispiel der SPD- Reichstagsabgeordnete Kurt Schuhmacher & der KPD- Landtagsabgeordnete Alfred Haag. Die Gefangene trugen entweder ihre eigenen Klamotten oder alte Uniformen. Sie wurden bestraft & litten unter fiesen Demütigungen. Die Häftlinge durften nur alle 14 Tage duschen oder mussten auf „Kommando“ ihr Geschäft voll richten. Auch wurden sie geschlagen & mussten oft hungern, weil das Essen sehr knapp berechnet war. Sie mussten hart im Steinbruch oder in der hauseigenen Schneiderei oder dem hauseigene Schuhwerk arbeiten. Man wollte die Häftlinge irgendwie erschöpfen . Die Häftlinge, die keine Beschäftigung hatten, saßen den ganzen Tag in den dunklen & kalten Kasematten. Insgesamt hatten die Häftlinge untereinander ein sehr gutes Verhältnis & es herrschte eine gute Stimmung. Trotzdem gab es auch öfter Streit wegen der vorhandenen Enge. Auf dem Außengelände gab es auch Einzellen. Hier saßen Alfred Haag & Kurt Schuhmacher fest, weil sie als besonders schlimm eingestuft wurden. Mein Eindruck von dem ganzen ist natürlich nicht sehr gut, weil ich es sehr schlimm finde, was sie mit den eigentlich unschuldigen Menschen angestellt haben. Am schlimmsten finde ich wie sie leben mussten & die Schikanen der Wachmänner. Es ist wirklich traurig, was in dieser Zeit mit den Menschen gemacht wurde. Vor allem finde ich es so ungerecht, dass der Hauptkommandant nie für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wurde. Allerdings finde ich es auch gut, dass wir diese Exkursion gemacht haben, denn so wurde einem bewusst, dass nicht irgendwann & irgendwo man etwas schlimmes mit Menschen gemacht hat. Sondern, dass man direkt neben an von uns Menschen auf das übelste gequält hat.

Von Lisa Bass

Bericht zur Exkursion am zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg

 

 

Unsere Führerin, Theresa, begrüßte uns an diesem Freitagvormittag am Tor der KZ-Gedenkstätte am oberen Kuhberg, zu welcher wir mit dem Bus gefahren sind. Das Fort Oberer Kuhberg wurde 1850 als Teil der Ulmer Bundesfestung errichtet. Es war die erste Stufe des KZ-Systems und diente vor allem als Lager zur Umerziehung politischer Gegner. Es wird auch Schutzhaftlager genannt, da KZ so negativ klingt.

Im Juli 1935 wurde es aus Kostengründen aufgelöst. Die 30 verbliebenen Häftlinge wurden dann nach Dachau gebracht. An der Fassade hing damals ein großes Bild von Hitler. Ein Häftling wurde dazu gezwungen es zu malen.

Wenn man die Treppe nach oben geht, gelangt man zum Sitz der Lagerkommandantur, in welcher es drei Schreibkräfte gab. Wir finden uns wieder auf derselben Treppe, diesmal aber mit dem Ziel nach unten. Dort begegnen wir der Dunkelzelle beziehungsweise der Arrestzelle. Es überkommt einen ein mulmiges Gefühl und Gänsehaut verbreitet sich auf dem Körper wenn man bedenkt wie viel Menschen hier unten leiden mussten in völliger Dunkelheit, Nässe und kaum etwas zum Essen. An Hygiene durfte man erst gar nicht denken wenn man sich vorstellt wie das Motorenöl von der Decke tropft.

Karl Buck, der Lagerkommandant seit 1894, war der Hauptverantwortliche. Er bekam das Eiserne Kreuz erster Klasse, eine preußische Kriegsauszeichnung. Bei einem Krieg wurde er am Bein verwundet und es musste amputiert werden. Zudem war er der Hauptsturmführer der SS. Er wurde bis zu seinem Tod im Jahre 1977 nie für seine grausamen, menschenverachtenden Taten zur Rechenschaft gezogen. Neuankömmlinge zum Beispiel wurden begrüßt indem man sie anschrie, verprügelte und sie demütigte. Zu Schwerbehinderten war er besonders böse. 

Die Wachleute waren vor allem junge Männer aus Baden-Württemberg und Süddeutschland, von denen einige eine Polizeiausbildung hatten. Sie nahmen die Arbeit im KZ aber meistens nur an weil sie keine Arbeit hatten. Dabei muss man nämlich unterscheiden zwischen überzeugten Nazis und Männern die einfach nur ihren Job machen müssen.

Ich beginne mal die Strafen aufzuzählen. Als ob es nicht schon Strafe genug war unter solchen widrigen Beschaffenheiten auszuhalten. Angefangen bei Beschränkungen zu lesen, Briefen und Besuchen über der Schmälerung des Essens bis hin zu einer Woche kein Bett. Das geschah je nach Willkür der Wachmänner. Dann wurde noch weiter Brutalität ausgeübt und die Häftlinge wurden mit Demütigungen und unnötigen Strafen gequält.

Unser Weg führt uns weiter nach draußen. Dort geht es in Richtung Eingang der Kasematten. Dort wurden zwischen November 1933 und Juli 1935 ungefähr 600 bis 800 Männer im Alter von 17-7o Jahren untergebracht. Sie waren Widerstandskämpfer, Asoziale, nicht politisch Aktive und Häftlinge der Stufe 2 und 3. Für diese Menschen gab es genau 15 Wandnischen. Ich versteh es nicht wie sie es da unten auf dem engen Raum ausgehalten haben. Wo sie nur 7 Betten und wenig Tische mit Bänken hatten. Die Kälte, Dunkelheit und Nässe hatten natürlich gesundheitliche Probleme zur Folge. Sie hatten nur alle 14 Tage Badetag und wurden dann kahlgeschoren. Sich nur alle 14 Tage waschen dürfen muss schrecklich gewesen sein! Vor allem wenn es da unten sowieso schon sehr nass und bestimmt dreckig war. Ich will mir gar nicht vorstellen wie sich die armen Menschen da unten gefühlt haben müssen. Hinzu kommt noch dass sie nur mit Erlaubnis auf die Toilette durften. Man muss wirklich sagen dass sie dort grausam und menschenverachtend behandelt wurden! Wir hatten die Möglichkeit einmal durch die Kasematten hindurch zu laufen. Währenddessen wollte einen die Gänsehaut gar nicht mehr verlassen wenn man bedenkt wie viel Menschen hier unten leiden mussten, nur weil sie gegen das unmenschliche System Hitlers waren. Grausam!

Während wir den Hügel hinaufliefen, zu der Einzelhaftzelle von Kurt Schuhmacher, wurden wir mit den Arbeiten konfrontiert, die so ein Häftling zu tun hatte. Dazu gehörten Steine und Wasser schleppen, Latrinen leeren und oft auch sinnlose Arbeiten wie ein Loch graben und wieder zuschaufeln. Bei den Appellen mussten sie sich Reden anhören und Gewalt wie Demütigen über sich ergehen lassen. Dazu gehörten auch Scheinerschießen und Abschreckungen. Es gab regelmäßig scharfe Verhöre und knappe Essensrationen. An Verhören waren immer 3 Beamte, 3 Angestellte, der Kommandant, der stellvertretende Kommandant, die Schutzpolizei, SA, SS und die Wachmannschaft beteiligt. Gesundheit wie der Lagerarzt wurden ignoriert. Ich glaube niemand schafft es in Worte auszudrücken was diese Menschen leiden mussten.

Es gab zwei Einzelhaftzellen, eine für Alfred Haag und eine für Kurt Schuhmacher. Alfred Haag wurde im Dezember 1904 geboren und war Mitglied des KJVD. Mit 21 Jahren trat er der KPD bei und war damit das jüngste KPD-Mitglied. Man konnte ihn als kompromisslosen Nazigegner bezeichnen. Deshalb wurden er und seine Frau zu einem Jahr Gefängnis verhaftet. Ihre Tochter kam zu Nachbarn. Im Mai 1934 wurde er auf den Kuhberg verfrachtet in die Einzelzelle ohne Tageslicht und mit nur der halben Essensration. Dort durfte er täglich nur einmal raus um aufs Klo zu gehen oder Wasser zu bekommen. Alfred Haag kam dann nach Dachau. Am 1.Februar.1940 wurde er freigelassen damit er in den Krieg ziehen konnte. 1948 kam er zurück und ist 1982 schließlich in München gestorben.

Mein Gesamteindruck lässt sich glaub ich nicht erklären weil es grausame Taten waren die sich hinter diesen Mauern abgespielt haben. Es ist unglaublich was diese Menschen aushalten mussten.

 

 

…Rebecca Wanner, 9c

 


Robert-Bosch-Gymnasium Langenau - 29.07.2011 
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